Im Zentrum der Gemeinde Igel erhebt sich die IGELER SÄULE, das besterhaltene römische Pfeilergrabdenkmal nördlich der Alpen. Es ist aus Sandstein errichtet und überreich mit Reliefs geschmückt.
Zur Römerzeit war die Igeler Säule nicht das einzige Grabdenkmal an der Römerstraße. Fundamente weiterer Grabmäler, Reliefsteine und Steinsärge wurden gefunden, die man z.T. im Rheinischen Landesmuseum in Trier sehen kann.
Die sogenannte Igeler Säule wurde von der hier ansässigen Tuchhändlerfamilie der Secundinier in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts erbaut. Das ursprünglich farbig gestaltete Denkmal hatte neben der Erinnerung an die Toten der Familie wohl auch den Zweck, werbend auf das Tuchgeschäft der Secundinier in der Stadt Trier hinzuweisen. Die Secundinier hatten ihre Villa in unmittelbarer Nähe des Monuments, vermutlich oberhalb auf dem kleinen Felsplateau zwischen der alten Pfarrkirche und der neuen Schule. Reste dieses Bauwerkes wurden allerdings nicht gefunden.
Etwa 1,5 km westlich von Igel steht in den Weinbergen ein hell leuchtender römischer Tempel, im Volksmund als „Grutenhäuschen“ bezeichnet. Sechs mächtige Säulen, die das Dach am Vorbau tragen, lassen Griechenlandkenner unwillkürlich an eine Miniaturausgabe des Parthenon Tempels auf der Akropolis von Athen denken.
Der Tempel steht auf einem wuchtigen, original erhaltenem Tonnengewölbe einer römischen Grabkammer. Nach einer Rekonstruktionsstudie des Landesmuseum Trier aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, die sich an vergleichbare Monumente in Italien und Nordafrika orientierte, wurde 2001 dieser Tempel in seinem oberen und vorderen Teil rekonstruiert. Die mittleren und seitlichen Wände sind ebenfalls noch original erhalten und wurden „fugenlos“ in den Rekonstruktionsteil eingebunden. Neuere Forschungen lassen vermuten, dass dieser Grabbau im 3./4. Jahrhundert errichtet wurde, also in der Übergangszeit von der Verbrennung zur Körperbestattung.
Um 700 schenkte der fränkische König Childerich III. unter dem Hausmeier Pippin von Heristal (678–714) dem Erzbischof Lutwinus (695–713) in Trier seinen Besitz, das ehemalige Secundinier-Landgut in Igel. Vermutlich wurde schon um diese Zeit in Igel eine Kirche errichtet, die dem heiligen Dionysius geweiht war.
An der Stelle der um 700 errichteten Kirche wurde etwa 1250 die alte Pfarrkirche erbaut. Sie wurde dem hl. Dionysius geweiht, weil der Ort im Besitz einer Reliquie von ihm ist. Dieser Heilige ist auch der Schutzpatron der Gemeinde.
1712 waren Chor und Kirchenschiff verfallen, 1756 war die Kirche nur noch eine Ruine. 1759/1760 wurde sie wieder aufgebaut unter Einbezug des romanischen Turms des ursprünglichen Baues.
Der Säulengarten wurde 2016 fertig gestellt. Nach der Planung der Landschaftsarchitektin SIlke Oeffling wurden zwischen Trockenmauern aus Buntsandstein Pflanzen aus dem Mittelmerrraum verwendet, um an die früheren römischen Bewohner zu erinnern.
Der Hausenborn ist eine uralte Quelle, die den Igelern in früheren Zeiten das Trinkwasser lieferte. Der Heimat Verein Igel hat die Quelle 2019 wieder hergerichtet. EIn erquickender Ort an heißen Tagen!
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